Thrombose-Initiative

Heparin

 

Medikamentöse Prophylaxe durch Hemmung der Blutgerinnung

Abbildung: Heparin wird in die Bauchdecke gespritzt. Wichtigste und wirkungsvollste Maßnahme bei Risikopatienten ist die medikamentöse Thromboseprophylaxe. Hier werden gerinnungshemmende Medikamente eingesetzt. Weitgehend durchgesetzt haben sich niedermolekulare Heparine (NMH), die im Vergleich zu klassischem unfraktioniertem Heparin (UFH) durch eine einfache Anwendung und Dosierbarkeit sowie bessere Verträglichkeit überzeugen. NMH und UFH wirken blutverdünnend und beugen so der Thrombosebildung vor. NMH muss oberflächlich ins Fettgewebe (subkutan = kurz unter die Haut) gespritzt werden – in der Regel in eine Hautfalte des Bauches. Da Heparinmoleküle lange, zuckerähnliche Ketten enthalten, können sie nicht in Tablettenform gegeben werden. Im Verdauungstrakt würden sie zerstört. Um den Verdauungstrakt zu umgehen, ist das Spritzen ins subkutane Fettgewebe notwendig. Die Anwendung ist relativ schmerzfrei. Bei niedermolekularen Heparinen reicht eine Gabe einmal pro Tag aus.

 

Während und nach einer Operation erhalten Patienten beispielsweise vorsorglich niedermolekulares Heparin. Diese Prophylaxe sollte so lange fortgesetzt werden, bis kein erhöhtes Thromboserisiko mehr besteht. Bei kleineren Operationen genügt oft schon eine Thromboseprophylaxe von einigen Tagen. Steht jedoch eine größere Operation bevor, beispielsweise ein Knie- oder Hüftgelenksersatz, empfiehlt es sich, die Prophylaxe mit gerinnungshemmenden Medikamenten über mehrere Wochen beizubehalten. Untersuchungen dazu haben gezeigt, dass viele Thrombosen und Lungenembolien erst nach der Entlassung aus der Klinik auftreten, da das Thromboserisiko nach einer größeren Operation noch wochenlang anhalten kann. Die Dauer einer Heparinanwendung wird vom Arzt festgelegt.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um Ihr individuelles Thromboserisiko zu erfahren und besprechen Sie die für Sie notwendigen und sinnvollen Vorbeugemaßnahmen.

 

In welchen Fällen auch außerhalb operativer Eingriffe eine Thromboseprophylaxe sinnvoll und notwendig ist, entscheidet Ihr Arzt unter Berücksichtigung aller in Frage kommenden, ganz persönlichen Risiken.

 

 

Selbstinjektion mit der Fertigspritze

Abbildung: Patient spritzt sich Heparin selbst Sollte Ihr behandelnder Arzt sich zur Verabreichung einer medikamentösen Thromboseprophylaxe entscheiden, wird er Ihnen in den meisten Fällen ein niedermolekulares Heparin (NMH) verordnen. NMH wird mit Hilfe einer Spritze ins Fettgewebe kurz unter die Haut (subkutan) gespritzt – in der Regel in eine Hautfalte des Bauches. Im Krankenhaus verabreicht meist das Pflegepersonal die Spritze, aber auch zu Hause ist die Gabe einer Thromboseprophylaxe durch eine subkutane Heparin-Spritze problemlos möglich. Im Falle einer Operation ist es beispielsweise manchmal notwendig, bereits zu Hause vor der Operation mit der Prophylaxe zu beginnen beziehungsweise diese nach dem Eingriff noch für einige Zeit weiterzuführen. Sehr gut geeignet für die Anwendung im häuslichen Bereich sind entsprechende Fertigspritzen, in denen das niedermolekulare Heparin bereits fertig dosiert zur Injektion bereitsteht.

 

Einfach vorbereitet und gespritzt: Subkutan Spritzen lernen

 

Als Injektionsort eignen sich die Haut der vorderen seitlichen Bauchwand sowie die Haut an der Außenseite des Oberschenkels oder Oberarms. Die Einstichstelle wird zunächst desinfiziert. Sollte sich nach dem Abziehen der Sicherheitskappe ein Tropfen auf der Spitze der Nadel befinden, diesen abschütteln – nicht mit den Fingern oder einem Gegenstand abstreifen, da dadurch die Nadel verunreinigt werden kann! Zwischen Daumen und Zeigefinger wird eine Hautfalte gebildet. Die Nadel wird nun senkrecht eingestochen und der Länge nach eingeführt. Auf diese Weise gelangt die Nadelspitze an die richtige Stelle, in das so genannte Unterhautfettgewebe. Jetzt muss der Kolben der Spritze langsam heruntergedrückt werden, bis die gesamte Flüssigkeitsmenge im Gewebe ist. Dann die Spritze wieder senkrecht herausziehen. Anschließend die Hautfalte noch zwei, drei Sekunden festhalten und erst dann langsam loslassen.
Unter Umständen entsteht an der Einstichstelle ein "blauer Fleck", ein kleiner Bluterguss. Dies ist normal und sollte Sie nicht beunruhigen.